Welche Farbe passt zu mir?

Aktualisiert: 16. Nov. 2021


Das hast Du Dich bestimmt schon des Öfteren gefragt, beim Shoppen vor dem Regal oder zu Hause von deinem Kleiderschrank. Woran erkennt man welche Farbe zu einem passt und welche nicht? Mit dezenten Farben, schwarz, weiß oder beige, kann man doch nichts falsch machen, oder?


Wie finde ich heraus welche Farben mir stehen?


Coco Chanel sagte einmal: „Die beste Farbe auf der ganzen Welt ist die, die gut an dir aussieht!“ Das ist leichter gesagt als getan. Ich kann hier nur aus meiner Perspektive schreiben. Meisten ist unser Farbempfinden sehr aus dem Gleichgewicht gekommen. Ich habe zum Beispiel immer gedacht, dass pink, schwarz, weiß, rosa und hellblau mir gut stehen würden. Weit gefehlt, dazu aber später mehr.


Unser Farbempfinden wird meist schon in der Kindheit von den Eltern, später den Freunden und dem Partner beeinflusst. Du kennst das bestimmt von Dir selber. Du bist mit einer Freundin oder Deinem Partner einkaufen und Dir gefällt eben das eine Kleid, Deiner Freundin bzw. Deinen Partner gefällt das Kleid absolut gar nicht und Du probierst es meist noch nicht einmal an. Und genau hier ist das Problem, weiß Deine Freundin oder Dein Partner denn besser als du, was zu Dir passt? Beide entscheiden auf jeden Fall nach ihrem persönlichen Geschmack, das besondere Kleid kann Dir hervorragend stehen, aber Du würdest es niemals kaufen, weil es Dir direkt schon „madig“ gemacht worden ist.



Wie kam ich zu meinen Farben?


Gerne möchte ich Dir meinen Weg zu meinen Farben erzählen. Also erstmal ein paar kurze Sätze zu mir. Ich bin Walburga Sünnen, Farb- und Stilberaterin und Inhaberin vom Marc Cain Store in Bad Neuenahr. 1988 hatte ich eine Strickerei und viel mit Farben zu tun. Ich habe mich schon immer gerne mit Mode und Farben beschäftigt. Ich war mir 110% sicher, dass ich meine Farben kenne und meinen Stil natürlich auch. Wie am Anfang schon erwähnt, hatte ich eine ganz genaue Vorstellung von meinen Farben: schwarz, pink, rosa, hellblau, weiß.


Als ich eine Lieferung meiner Pullis in der Boutique vorbeibrachte, meinte die Boutique Besitzerin, es käme eine Farb- und Stilberaterin und ich solle doch unbedingt mit dabei sein. Es haben sich schon so viele Frauen angemeldet. Du kannst Dir bestimmt denken was jetzt kam! Ich habe sie schallend ausgelacht und sagte ihr, sowas braucht ich doch nicht. Ich habe ja jeden Tag mit Farben zu tun, stricke hunderte von Pullovern im Jahr, da kenne ich doch wohl meine Farben ganz genau.


Hättest Du auch so geantwortet wie ich? Bestimmt! Aber jetzt zurück in die Boutique!

Die Inhaberin faselte noch etwas von Stilberatung und ich entgegnete ihr in meiner direkten Art, dass braucht doch kein Mensch und wenn jemand Stil hat, dann ja wohl ich.

Große Töne habe ich da von mir gegeben, wenn ich bloß gewusst hätte, dass ich mich damit wohl zu weit aus dem Fenster gelehnt hätte. Ich fand mich sehr modisch und mein sehr ausgeprägter sportlicher Stil war mein A und O.



Den Farbtyp bestimmen



An besagtem Termin mit der Farb- und Stilberaterin habe ich mich natürlich so richtig in Schale geschmissen. Stilsicher (dachte ich zu mindestens), perfekt geschminkt und in meinem schönsten pinken Pullover, selbst gestrickt und aufwendig bestickt versteht sich, machte ich mich also auf den Weg in die Boutique. Selbstverständlich mit meiner Meinung, dass ich die Stilsicherste und Bestangezogenste aus unsere Runde von 15 Frauen bei der Farbberaterin sein würde. An mir würde die schon nichts auszusetzen haben und auch nichts verdienen können. Schließlich war ich davon überzeugt meine Farben und meinen Stil zu kennen.


Na, erkennst Du dich hier ein kleines bisschen wieder? Denkst Du auch, dass Du Deinen Stil und Deine Farben wirklich kennst? Wir werden sehen ;-)


Als ich ankam, waren schon die ersten Farbberatungen im Gange. Frau Farbberaterin legte fleißig bunte Farbtücher um die Hälse der Frauen. Zuerst habe ich mich gefragt, was ist das denn für eine verrückte Nummer? Erstaunt stellte ich fest, dass jede der Frauen glaubte, andere Farben stünden ihr besser als die, die von der Farbberaterin rausgelegt wurden. Wenn der Frau, die gerade dran war, die richtige Farbe umgelegt wurden, waren wir anderen Frauen total begeistert. Nur die Frau selber nicht. War es denn möglich, dass wir alle richtig lagen und andere besser sehen, welche Farbe einem steht, nur man selbst nicht?


Eigentlich ist es doch unmöglich, dass keine der 14 Frauen ihre Farben kannte. Nicht mal eine einzige. Überrascht war ich auch, dass die Frauen in den richtigen Farben, laut der Farbberaterin und unseren Augen, so viel jünger, schöner und attraktiver wirkten. Einige von den Frauen sahen um 10 Jahre besser aus! Oh ja, richtig gelesen 10(!!!) Jahre und das noch vor der Make-Up Beratung. Ich war richtig verblüfft und Du kannst Dir denken, dass ich mich das Thema noch lange beschäftigen wird.



Meine eigene Farbberatung


Nun war ich an der Reihe. Als aller erstes sollte ich den ich zitiere: „Fürchterlichen Farbtopf“ in meinem Gesicht abwaschen. Ja, genau mein Make-Up meinte die Farbberaterin damit. Du kannst Dir vorstellen, dass ich echt angefressen von diesem Kommentar war und hatte schon einen ganz schön dicken Hals. Abgeschminkt saß ich dann vor dem Spiegel, die Farbberaterin stand hinter mir und die anderen Frauen saßen etwas weiter weg um mich herum. Die Farbberaterin fing also an mir die verschiedenen bunten „Lappen“ um den Hals zu legen. Bei meinen Lieblingsfarben (schwarz, weiß, pink, rosa) war ich immer ganz begeistert und habe gesagt, ja genau, das ist meine Farbe, die liebe ich! Die anderen Frauen im Geschäft waren so gar nicht meiner Meinung.


Bei den Farben, die sie für mich einstimmig aussuchten, fand ich mich überhaupt zu Hause. Für mich waren die wirklich besonders schrecklich und ich hätte mir niemals ein Teil in diesen Farben gekauft. Ich war ja der Meinung, dass ich ein sportlicher, burschikoser Wintertyp sei und hatte auch die passende Frisur, nämlich streichholz-lange Haare. Davon war ich felsenfest überzeugt. Nun sollte ich ein weicher, femininer Frühlingstyp sein. Die Farben waren schon schlimm, aber jetzt sollte ich mich mit einem verspielten, femininen Stil auch noch anfreunden. Das war wirklich zu viel des Guten!


Mit diesen Farbtypen und Stilrichtungen kennst Du Dich, so wie ich damals, bestimmt auch nicht so gut aus. Also habe ich dir hier mal ein Outfit für einen Wintertyp und einen Frühlingstyp zusammengestellt. Ein krasser Gegensatz, oder?




Zu guter Letzt wurde ich dann von der Farbberaterin geschminkt, passend zu meinem „neuen“ Typ. Wie Du Dir vorstellen kannst, fand ich mich auch hier nicht wieder. Total frustriert bezahlte ich für diesen Schwachsinn 150 DM (Wie Du siehst, ist meine Farbberatung wirklich schon lange her). Ich dachte diese 150 DM sind das rausgeschmissenste Geld meines Lebens. Nichtsdestotrotz war da diese kleine Stimme in meinem Hinterkopf, die immer wieder daran dachte, dass sich die 14 Frauen nicht alle irren konnten? Lag ich doch mit meinem Wintertyp falsch?


Das Beste kam aber als ich nach Hause kam und meine Nachbarin, die über 80 Jahre alt war (und mal unter uns gesagt, dachte ich auch dass sie nicht mehr so gut sieht) zu mir, dass ich heute wirklich toll aussähe und mir das neue Make-Up wirklich gut stehen würde. So schön wie heute habe ich noch nie ausgesehen. Huch, da war ich aber erstaunt über das Kompliment und meine Stimme im Hinterkopf ließ mich auch nicht mehr in Ruhe, ob denn an diesen Farbtypen und Stilrichtungen nicht doch etwas mehr dran sei…